Start-up Divea bereitet Industrialisierung seiner CO₂‑Abscheidungstechnologie vor

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Das Walliser Start-up Divea, das auf dem Campus Energypolis in Sitten ansässig ist, entwickelt eine innovative Technologie zur Abscheidung von CO₂ aus Industriekaminen. Mithilfe von Graphenmembranen mit mikroskopisch kleinen Poren nimmt das vom Mitgründer Karl Khalil geführte Unternehmen die industriellen Emissionen direkt an der Quelle ins Visier. Nachdem die Firma 2024 die Machbarkeit ihrer Technologie erfolgreich demonstriert hat, steht nun ein entscheidender Schritt bevor: der Übergang zur kontinuierlichen Produktion und zur Industrialisierung.

Die von Divea entwickelte Technologie beruht auf einem ebenso einfachen wie genialen Prinzip. «Wir entwickeln Graphenmembranen, in die wir Löcher in der Grösse von CO₂‑Molekülen stanzen», erklärt Karl Khalil. Diese Struktur ermöglicht es, Moleküle nach ihrer Grösse zu trennen und damit das in Industrieabgasen enthaltene CO₂ abzuscheiden.

Diese Innovation wurde bereits erfolgreich im Feld getestet. Das Unternehmen betreibt derzeit mehrere industrielle Demonstratoren, unter anderem in Aigle sowie in der Kehrichtverbrennungsanlage von Lausanne. «So können wir die Stabilität unserer Membranen nachweisen», präzisiert der Mitgründer.

Nationale Anerkennung mit dem Watt d’Or 2026

 

Dieser technologische Fortschritt wurde auch auf nationaler Ebene gewürdigt. Im Januar 2026 ist Divea vom Bundesamt für Energie im Rahmen des Watt d’Or, dem renommierten Schweizer Energiepreis, indirekt ausgezeichnet worden. Das Walliser Start-up wurde für seinen Beitrag im Innovation Lab von Gaznat prämiert, einem in der Schweiz einzigartigen Labor, in dem Technologien zur Dekarbonisierung, Sektorkopplung und saisonalen Speicherung im industriellen Massstab getestet werden können. Diese Auszeichnung unterstreicht die Relevanz und das Potenzial der von Divea entwickelten Graphenmembranen für die Herausforderungen der Energiewende.

Watt d'Or 2026

Ein strategischer Umzug für die Zukunft

 

Das Jahr 2025 war geprägt von einer grossen logistischen Herausforderung: dem Umzug des Unternehmens in die neuen Räumlichkeiten in Ronquoz 23. Dank des Engagements des gesamten Teams erfüllt der neue Standort die hohen technischen Anforderungen für die Membranproduktion – darunter Reinräume sowie Bereiche für den Aufbau einer Produktionslinie.

Für 2026 besteht die Hauptaufgabe von Divea darin, auf die nächste Produktionsstufe zu gelangen. «Wir möchten von einer Chargenproduktion zu einer kontinuierlichen industriellen Fertigung wechseln», so Karl Khalil.

Dieser Übergang stellt eine vielschichtige Herausforderung dar. Einerseits in finanzieller Hinsicht, da in dieser kapitalintensiven Industrie beträchtliche Investitionen erforderlich sind. Andererseits im technischen Bereich: Heute stellt Divea Membranen in bestimmter Grösse her. «Auf tausende Quadratmeter Produktionsvolumen zu kommen, ist eindeutig eine andere Liga», erläutert Karl Khalil. Der Wechsel von einem manuellen Verfahren zu einer automatisierten Rollenproduktion ist ein bedeutender Technologiesprung.

Was passiert mit dem abgeschiedenen CO₂?

 

Der weitere Umgang mit dem abgeschiedenen CO₂ hängt vom Standort der jeweiligen Kunden ab. «Es gibt zwei grosse Kategorien: Entweder speichern unsere Kunden das CO₂ unterirdisch ein, oder es kann zu Methan oder anderen Stoffen weiterverarbeitet und als Rohstoff genutzt werden», erklärt Karl Khalil. Das Geschäftsmodell von Divea beschränkt sich auf die Abscheidung; die Weiterverwertung des CO₂ erfolgt durch die Kundschaft oder Partnerunternehmen.

Mittelfristig reicht das transformative Potenzial der Graphenmembranen weit über die Kohlenstoffabscheidung hinaus. Diese atomdünnen Membranen ermöglichen ein völlig neues Paradigma in der molekularen Trenntechnik. «Unser Ziel ist es, Poren mit einer Präzision im Angström‑Bereich zu entwickeln», so der Mitgründer von Divea. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für die selektive Ionentrennung, Hochtemperaturanwendungen in chemischen Prozessen sowie weitere High‑Tech‑Anwendungen in verschiedenen Industriezweigen.

Weitere Informationen: Divea

Contact

EnovArk
c/o Fondation The Ark
Rue de l’Industrie 23

1950 Sion
Suisse

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